Das theoretische Feld zu fiktionalem und faktualem Erzählen ist in den letzten Jahren unübersichtlich geworden. Die Studie bietet eine kritische Analyse der wichtigsten Positionen. Historisches Erzählen diente im Zuge postmoderner Sprachzweifel oft als Beispiel für den prekären Wirklichkeitsbezug faktualer Erzählungen. Mit Blick auf das fiktionale Erzählen wurden anhand des postmodernen historischen Romans mit Metafiktion und Metahistoriografie Erzählverfahren betont, die sich von einem verlässlichen Wirklichkeitsbezug distanzieren. Die vorliegende Studie rückt neben diesen distanzierenden, illusionsstörenden Techniken wieder solche Erzählverfahren in den Blick, die Geschichte als ‚Ereignis‘ inszenieren. Historisches Erzählen kombiniert den Bezug auf eine vergangene Wirklichkeit immer mit dem Anspruch, eine in sich schlüssige Erzählung zu bilden. Anhand deutschsprachiger und niederländischsprachiger Geschichtserzählungen wird nachgezeichnet, wie sich diese grundlegende Dynamik zwischen glaubwürdigem Wirklichkeitsbezug und glaubwürdiger Erzählwirklichkeit im fiktionalen und im faktualen Zusammenhang je unterschiedlich entfaltet.
The theoretical field of fictional and factual narrative has become ubiquitous in recent years. This study offers a critical analysis of the most important approaches. Using the example of historical narratives in German and Dutch, it shows how the fundamental dynamic between grounding in reality and narrative cohesion is expressed differently in fictional and factual contexts.
Produkteigenschaften
- Artikelnummer: 9783110419634
- Medium: Buch
- ISBN: 978-3-11-041963-4
- Verlag: De Gruyter
- Erscheinungstermin: 11.04.2016
- Sprache(n): Deutsch
- Auflage: 1. Auflage 2016
- Serie: ISSN
- Produktform: Gebunden, HC runder Rücken kaschiert
- Gewicht: 699 g
- Seiten: 358
- Format (B x H x T): 160 x 236 x 26 mm
- Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
