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Fuchs

dolus pendens

Heranziehung der Zahlungsbereitschaft zur Determinierung des voluntativen Vorsatzelements auf zivilrechtlichem Anwendungsgebiet und zugleich eine gedankliche Anleitung zur Feststellung der Billigung im Rechtssinne

Medium: Buch
ISBN: 978-3-428-19884-9
Verlag: Duncker & Humblot
Erscheinungstermin: 02.09.2026
Lieferfrist: bis zu 10 Tage

Der Autor untersucht ein klassisches Rechtsproblem aus zivilrechtlicher Perspektive: die Abgrenzung von Vorsatz und Fahrlässigkeit. Ausgangspunkt ist eine systematische Bestandsaufnahme der über 70 zivilrechtlichen Vorsatzbestimmungen, die sich in elf Regelungsgruppen zusammenfassen lassen. Sodann zeichnet die Arbeit die historische Entwicklung des zweigliedrigen Vorsatzbegriffs im deutschen Recht nach. Dabei werden die im Strafrecht entwickelten Vorsatztheorien (auch) aus zivilrechtlichem Blickwinkel bewertet.
Im Zentrum der Arbeit steht ein analytisch-mathematisches Modell zur Fassung des für die Vorsatzdogmatik des Bundesgerichtshofs maßgeblichen Kriteriums des 'Billigens im Rechtssinne'. Das Modell greift die innere Einstellung über das ökonomische Konzept der Zahlungsbereitschaft auf. Subjektive Vor- und Nachteilspositionen werden monetarisiert, um ihre Realisierungswahrscheinlichkeiten gewichtet und in einem 'Billigungsquotienten' zueinander ins Verhältnis gesetzt. Als Quintessenz leitet der Autor daraus eine Anleitung zur Feststellung des 'Billigens im Rechtssinne' ab, die die zur Vorsatzannahme nötigen Gedankengänge ordnet. Schließlich plädiert die Arbeit für eine Umbenennung des missverständlichen und unpassenden Begriffs dolus eventualis.

'Employing Willingness to Pay to Determine the Volitional Element of Intent in Private Law and a Conceptual Guide for Establishing ›Approval in the Legal Sense‹': The author examines a classic legal problem from a private law perspective: the distinction between intent and negligence. The centrepiece of the dissertation is an analytical mathematical model for capturing the criterion of ›approval in the legal sense‹, which is the key criterion of the Federal Court of Justice’s doctrine of intent. The model grasps the inner mindset by applying the economic concept of willingness to pay. Subjectively advantageous and disadvantageous positions are monetised, weighted by their probabilities of realisation, and subsequently set in relation to one another to form a ›ratio of approval‹. As the quintessence, the author derives therefrom a conceptual guide for determining ›approval in the legal sense‹.


Produkteigenschaften


  • Artikelnummer: 9783428198849
  • Medium: Buch
  • ISBN: 978-3-428-19884-9
  • Verlag: Duncker & Humblot
  • Erscheinungstermin: 02.09.2026
  • Sprache(n): Deutsch
  • Auflage: 1. Auflage 2026
  • Produktform: Kartoniert
  • Gewicht: 510 g
  • Seiten: 337
  • Format (B x H): 157 x 233 mm
  • Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
Autoren/Hrsg.

Autoren

§ 1 Einleitung

§ 2 Vorsatzerfordernisse des Zivilrechts
Tatbestandsseitige Vorsatzerfordernisse des Bürgerlichen Gesetzbuches und des Handelsgesetzbuches — Wesentliche Vorsatzbestimmungen in den zivilrechtlichen Nebengesetzen — Normen mit rechtsfolgenseitiger Vorsatzberücksichtigung

§ 3 Historische Entstehung eines zweielementigen Vorsatzes
Phase von Kognitivität und dolus indirectus (bis 1800) — Phase von Voluntativität und dolus indeterminatus (1800 bis 1850) — Phase der Synthese und dolus eventualis (ab 1850)

§ 4 Umgrenzung des voluntativen Vorsatzelements
Ansätze zur Fassung des voluntativen Vorsatzelements — Objektivierende Ansätze zur Vorsatzfassung

§ 5 Beweisprobleme trotz Umgrenzung des voluntativen Vorsatzelements
'Gesamtschau der Tatumstände' als Rechtsprechungsvorgabe — Unmittelbarer oder mittelbarer Vorsatzbeweis — Indizien des kognitiven Vorsatzelements — Indizien des voluntativen Vorsatzelements — Indizienbeweis als Methode der normativen Wertzuschreibung?

§ 6 Determinierung des voluntativen Vorsatzelements durch Zahlungsbereitschaft
Subjektive Vorund Nachteilspositionen — Realisierungswahrscheinlichkeiten der Positionen — Billigungsquotient

§ 7 Eine gedankliche Anleitung zur Feststellung der 'Billigung im Rechtssinne'