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Kern

Psychische Integrität und demokratische Freiheitlichkeit

Interdisziplinäre Konzeption und rechtliche Verortung menschlicher Subjektivität

Medium: Buch
ISBN: 978-3-16-200087-3
Verlag: Mohr Siebeck
Erscheinungstermin: 30.04.2026
vorbestellbar, Erscheinungstermin ca. April 2026

Freiheitliche Demokratie beruht auf psychischen Voraussetzungen, die juristisch unzureichend reflektiert sind. Markus Kern entwickelt ein interdisziplinäres Konzept psychischer Integrität, das an den Grundlagen und Bedingungen demokratischer Freiheitlichkeit orientiert ist. Die Psyche gilt juristisch und philosophisch als epistemische Perspektive des Subjekts. Ergänzend tritt psychoanalytisch das Unbewusste sowie sozialwissenschaftlich die Verwebung mit gesellschaftlichen Strukturen hinzu. Diese vielschichtige, kontextualisierte Subjektivität prägt die Ausgestaltung von Grundrechten, Demokratie und Menschenwürde. Die Gewährleistung dieser impliziten Voraussetzungen des Rechts erfordert drei Prinzipien psychischer Integrität, in je individueller und kollektiver Dimension: Manipulationsfreiheit, psychosoziale Gesundheit und Eigenverantwortlichkeit. Sie verkörpern Schutzbedürfnisse hinsichtlich der Einflüsse von außen und von innen sowie bezüglich eines selbstbestimmten Selbstverhältnisses. Das Schutzgut ist zugleich entwicklungsoffen. Es verweist übergreifend auf ein Erfordernis der Reflexion hegemonialer Machtstrukturen. Radikaldemokratische Analysen zeigen jedoch, dass gesellschaftliche Emanzipation notwendig unabgeschlossen bleibt. Positivrechtlich verortet Markus Kern psychische Integrität im allgemeinen Persönlichkeitsrecht (individuell), im Demokratieprinzip (kollektiv) sowie in der Transparenz des Prozesses politischer Willensbildung (konzeptionell). Erforderlich ist ein fortlaufender, selbstreflexiver Prozess der Freiheitssicherung.

Liberal democracy rests on mental preconditions that have not been adequately reflected in legal theory. Markus Kern develops an interdisciplinary concept of mental integrity that is oriented toward the foundations and conditions of a liberal democracy. In legal and philosophical terms, the psyche is regarded as the epistemic perspective of the subject. This is complemented, from a psychoanalytic point of view, by the unconscious and, from a social-scientific perspective, by the entanglement with social structures. This multi-layered, contextualized subjectivity shapes the configuration of democratic freedom: fundamental rights, democracy, and human dignity are based on mental conditions, particularly in connection with autonomy. Ensuring these implicit prerequisites of the law requires three principles of mental integrity, each in both an individual and a collective dimension: freedom from manipulation, psychosocial well-being, and self-responsibility. They embody protection needs regarding external and internal influences as well as with respect to a self-determined relationship to oneself. At the same time, the protected interest remains open to development. It points more broadly to the need to reflect on hegemonic power structures. Radical democratic analyses, however, show that social emancipation necessarily remains incomplete. In terms of positive law, the author locates mental integrity in the general right of personality (individual), in the principle of democracy (collective), and in the transparency of the process of political will formation (conceptual). What is essential is an ongoing, self-reflective process of securing freedom.


Produkteigenschaften


  • Artikelnummer: 9783162000873
  • Medium: Buch
  • ISBN: 978-3-16-200087-3
  • Verlag: Mohr Siebeck
  • Erscheinungstermin: 30.04.2026
  • Sprache(n): Deutsch
  • Auflage: 1. Auflage 2026
  • Serie: Studien und Beiträge zum Öffentlichen Recht
  • Produktform: Kartoniert, fadengeheftete Broschur
  • Seiten: 236
  • Format (B x H): 155 x 232 mm
  • Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
Autoren/Hrsg.

Autoren

Geboren 1995; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München; Studium der Philosophie an der Hochschule für Philosophie München; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Kirchenrecht (LMU); Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Öffentliches Recht (Universität Augsburg); 2025 Promotion (LMU); Rechtsreferendariat am OLG München.

Einführung
Kapitel 1: Konzeption des Psychischen
A. Psychische Gegebenheiten in Recht und Rechtswissenschaft
B. Grundlegende philosophische Annäherung
C. Einbezug des Unbewussten
D. Einbezug der Sozialstruktur
E. Fazit
Kapitel 2: Psyche und selbstreflexive Gesellschaft
A. Demokratische Freiheitlichkeit als Idealbild
B. Psychische Aspekte demokratischer Freiheitlichkeit
C. Prinzipien psychischer Integrität des Individuums
D. Prinzipien psychischer Integrität in kollektiv-struktureller Hinsicht
E. Wechselseitige Abhängigkeit von Psyche und gesellschaftlicher Ordnung
F. Fazit
Kapitel 3: (Positiv-)Rechtliche Gewährleistung psychischer Integrität
A. Individueller Schutz im allgemeinen Persönlichkeitsrecht
B. Kollektiv-strukturelle Gewährleistung in Demokratie und Demokratieprinzip
C. Konzeptionelle Implementierung von Selbstreflexivität als Transparenz politischer Willensbildung
D. Fazit
Resümee und Ausblick

Einführung
Kapitel 1: Konzeption des Psychischen
A. Psychische Gegebenheiten in Recht und Rechtswissenschaft
B. Grundlegende philosophische Annäherung
C. Einbezug des Unbewussten
D. Einbezug der Sozialstruktur
E. Fazit
Kapitel 2: Psyche und selbstreflexive Gesellschaft
A. Demokratische Freiheitlichkeit als Idealbild
B. Psychische Aspekte demokratischer Freiheitlichkeit
C. Prinzipien psychischer Integrität des Individuums
D. Prinzipien psychischer Integrität in kollektiv-struktureller Hinsicht
E. Wechselseitige Abhängigkeit von Psyche und gesellschaftlicher Ordnung
F. Fazit
Kapitel 3: (Positiv-)Rechtliche Gewährleistung psychischer Integrität
A. Individueller Schutz im allgemeinen Persönlichkeitsrecht
B. Kollektiv-strukturelle Gewährleistung in Demokratie und Demokratieprinzip
C. Konzeptionelle Implementierung von Selbstreflexivität als Transparenz politischer Willensbildung
D. Fazit
Resümee und Ausblick