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Kern

Zutreffende Informationen über erlaubtes Verhalten als Straftat?

Strafrechtshistorische und kriminalpolitische Erkenntnisgewinne am Beispiel des umstrittenen § 219a StGB a.F. (Strafbare Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft)

Medium: Buch
ISBN: 978-3-428-19857-3
Verlag: Duncker & Humblot
Erscheinungstermin: 02.09.2026
Lieferfrist: bis zu 10 Tage

Darf der Gesetzgeber die Veröffentlichung korrekter und sachangemessener Information über erlaubtes Verhalten bei Strafe verbieten? Dieser Frage widmet sich diese Untersuchung am Beispiel des umstrittenen Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche gemäß § 219a StGB a.F. Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Untersuchung der Verfassungsmäßigkeit des strafgesetzlichen Werbeverbots. Der Analyse liegt eine legitimatorisch ausgerichtete Normentheorie zugrunde, wonach die Beurteilung der Verfassungsmäßigkeit eines Strafgesetzes zunächst die Klärung der Vorfrage voraussetzt, ob das zugrunde liegende Verhalten rechtlich zu missbilligen ist und daher Gegenstand eines legitimierbaren Verbots sein kann. Die Untersuchung gelangt zu dem Ergebnis, dass sich allein ein Verbot grob anstößiger Werbung für Schwangerschaftsabbrüche legitimieren lässt. Zugleich zeigt sie, dass sich aus der Auseinandersetzung wesentliche Erkenntnisse für die Legitimation und Ausgestaltung künftiger Strafgesetzgebung gewinnen lassen.

'Accurate Information on Lawful Conduct as a Criminal Offence? Insights from Criminal Policy and Criminal Law History through the Controversial Case of Former Section 219a of the German Criminal Code (Abortion Advertising Offence)': The thesis examines the controversial ban on advertising abortion services under former Section 219a of the German Criminal Code, which criminalized both grossly offensive advertising and the dissemination of accurate information about lawful abortions. It analyses the constitutionality of this criminal provision on the basis of a normative theory and identifies historical and criminal policy insights that can be derived from it for future criminal legislation.


Produkteigenschaften


  • Artikelnummer: 9783428198573
  • Medium: Buch
  • ISBN: 978-3-428-19857-3
  • Verlag: Duncker & Humblot
  • Erscheinungstermin: 02.09.2026
  • Sprache(n): Deutsch
  • Auflage: 1. Auflage 2026
  • Produktform: Kartoniert
  • Gewicht: 390 g
  • Seiten: 256
  • Format (B x H): 157 x 233 mm
  • Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
Autoren/Hrsg.

Autoren

A. Einführung und Problemstellung

B. § 219a StGB in der Fassung vom 01.01.2021 – Inhalt, Struktur und Systematik
Überblick — Tatbegehungsformen — Ausnahmetatbestände des § 219a StGB a.F. — Spezielle subjektive Tatbestandserfordernisse — Rechtswidrigkeit; Schuld; Konkurrenzen; Rechtsfolgen

C. Medizinische und rechtliche Grundlagen des Schwangerschaftsabbruchs
Bestimmung des Alters der Schwangerschaft — Methoden des Schwangerschaftsabbruchs — Das Regelungskonzept der Strafbarkeit des Schwangerschaftsabbruchs

D. Historischer Hintergrund des § 219a StGB a.F.

Kaiserzeit und Weimarer Republik — Nationalsozialismus — Nachkriegszeit — Jüngste Entwicklungen

E. Kriminalstatistische Relevanz und kriminalpolitische Bedeutung
Kriminalstatistische Relevanz — Kriminalpolitische Bedeutung

F. Schuldspruch und Strafe als staatliche Eingriffsmaßnahme
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit — Zur Legitimation von Strafe

G. Legitimation eines strafgesetzlichen Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche
Verhaltensnorm und Sanktionsnorm (auf strafgesetzlicher Ermächtigungsgrundlage) als Eingriffe in freiheitliche Grundrechte — Legitimation der Verhaltensnorm, auf die § 219a Abs. 1 StGB a.F. Bezug nahm — Legitimation einer Sanktionierung grob anstößiger Werbung für Schwangerschaftsabbrüche – insbesondere auch von Werbung für illegale Schwangerschaftsabbrüche — Fazit zur Legitimation einer strafrechtlichen Sanktionierung von grob anstößiger Werbung für Schwangerschaftsabbrüche