Quantenmechanik und Brechts Episches Theater erschüttern das Paradigma einer unbeteiligten Betrachtung, die ihren Gegenstand unverändert lässt. Auf beiden Gebieten wird die Annahme der Kontinuität und strikten Kausalität der untersuchten Vorgänge sowie der Anschaulichkeit, der Individualität und Identität der beobachteten Objekte prekär.
Erstmals wird Brechts Bezug zur Quantenmechanik ausführlich untersucht. Die Wechselwirkung zwischen dem neuen Theater und der neuen Physik baut auf einem gemeinsamen historischen, sozialen und biographischen Hintergrund auf und schöpft aus einem Reservoir gemeinsamer Konzepte und Methoden. Die Spuren der Interferenz der beiden Wissensgebiete finden sich im Archiv mit dem Nachlass des Philosophen und Physikers Hans Reichenbach ebenso wie in Brechts Kaukasischem Kreidekreis. Aus der Neubestimmung von Atom und Individuum und ihrer problematischen erkenntnistheoretischen Beziehung zieht Brecht weitreichende ästhetische und ethische Konsequenzen und entwickelt in seinem Spätwerk eine Verhaltenslehre der Unschärfe.
Quantum mechanics and Brecht’s “epic theater” contemporaneously shattered the paradigm of detached observation. In two fields, assumptions were cast in doubt regarding the continuity and strict causality of the investigated processes and the singularity and identity of the observed objects. Brecht drew far-reaching aesthetic and ethical inferences from the reconceptualization of the atom and individual and their epistemological relationship.
Produkteigenschaften
- Artikelnummer: 9783110546347
- Medium: Buch
- ISBN: 978-3-11-054634-7
- Verlag: De Gruyter
- Erscheinungstermin: 21.08.2023
- Sprache(n): Deutsch
- Auflage: 1. Auflage 2023
- Serie: Literatur- und Naturwissenschaften
- Produktform: Gebunden
- Gewicht: 537 g
- Seiten: 278
- Format (B x H): 155 x 230 mm
- Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
Themen
- Geisteswissenschaften
- Theater- und Filmwissenschaft | Andere Darstellende Künste
- Theaterwissenschaft
- Theatertheorie, Ästhetik des Theaters, Theaterkritik
