Eva Rom focuses on the primacy of Union law, its properties, its justification, and - most delicately and most decisively of all - its limits. The Court of Justice of the European Union and some national constitutional courts have different understandings of where the primacy of Union law over national law finds its limits and whose task it is to define these limits. The consequence in certain cases is constitutional conflict. In the literature of Union law, one finds scholars drawing upon civil disobedience and conscientious objection to enrich the study of constitutional conflict, but this has not yet been done in an exhaustive, theoretically detailed manner. Eva Rom intends to remedy that. The literature on civil disobedience and conscientious objection contains important insights which can be drawn upon to build a framework with which to assess cases of constitutional conflict in the European Union. Civil disobedience and conscientious objection as concepts describing a qualified form of resistance will prove highly valuable to study in order to arrive at an analytically sharper understanding of constitutional conflict. The two concepts will not be used to formulaically defend breaches of Union law. The aim is not to provide for an apologetic endorsement of breaking the law. Instead, this project is aimed at moderation, differentiation, and at pondering the following question: Under what exact conditions could an opposing ruling by a national constitutional court be considered justified and what would the consequences of such a classification as justified be?
Eva Rom befasst sich mit dem Vorrang des Unionsrechts, seinen Eigenschaften, seiner Rechtfertigung und - besonders heikel und letztlich entscheidend - seinen Grenzen. Der Gerichtshof der Europäischen Union und einige nationale Verfassungsgerichte haben unterschiedliche Auffassungen darüber, wo die Grenzen des Vorrangs des Unionsrechts gegenüber nationalem Recht liegen und wessen Aufgabe es ist, diese Grenzen zu bestimmen. In bestimmten Fällen führt dies zu Verfassungskonflikten. In der unionsrechtlichen Literatur finden sich Ansätze, die zivilen Ungehorsam und conscientious objection heranziehen, um das Phänomen des Verfassungskonflikts besser zu verstehen. Eine umfassende und theoretisch detaillierte Aufarbeitung fehlt jedoch bislang - und genau hier setzt Eva Rom an. Die Literatur zu zivilem Ungehorsam und conscientious objection enthält wichtige Einsichten, die sich nutzen lassen, um einen Prüfungsrahmen zur Bewertung von Verfassungskonflikten in der Europäischen Union zu entwickeln. Als Konzepte, die eine qualifizierte Form des Widerstands beschreiben, erweisen sie sich als besonders hilfreich, um zu einem analytisch schärferen Verständnis von Verfassungskonflikten zu gelangen. Die beiden Konzepte sollen dabei nicht dazu dienen, Rechtsbrüche von Unionsrecht schematisch zu rechtfertigen. Ziel ist keineswegs eine apologetische Verteidigung von Gesetzesverstößen. Vielmehr zielt das Projekt auf Mäßigung, Differenzierung und darauf, folgende Frage präzise zu durchdenken: Unter welchen konkreten Bedingungen könnte eine entgegenstehende Entscheidung eines nationalen Verfassungsgerichts als gerechtfertigt gelten - und welche Konsequenzen hätte eine solche Einstufung?
Produkteigenschaften
- Artikelnummer: 9783162003942
- Medium: Buch
- ISBN: 978-3-16-200394-2
- Verlag: Mohr Siebeck
- Erscheinungstermin: 30.06.2026
- Sprache(n): Englisch
- Auflage: 1. Auflage 2026
- Serie: Verfassungsentwicklung in Europa
- Produktform: Kartoniert, fadengeheftete Broschur
- Seiten: 460
- Format (B x H): 155 x 232 mm
- Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
