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Wriedt

Gottesfreundschaft

Studien zu Johann Joachim Spalding und der Neologie

Medium: Buch
ISBN: 978-3-16-170552-6
Verlag: Mohr Siebeck
Erscheinungstermin: 30.09.2026
vorbestellbar, Erscheinungstermin ca. September 2026

In sieben Studien unterzieht Markus Wriedt die Werke J. J. Spaldings sowie weiterer neologischer Theologen des 18. Jahrhunderts - darunter G. Leß, J. P. Miller, J. S. Semler, J. A. Nösselt, C. F. Bahrdt, J. J. Griesbach, W. A. Teller und J. G. Töllner - einer kommentierenden Relektüre. Die zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Schriften werden auf der Grundlage nun zugänglicher kritischer Editionen neu erschlossen. Dabei tritt hinter der sprachlichen Ästhetik des ausgehenden 18. Jahrhunderts die Präzision und argumentative Klarheit der neologischen Theologie hervor. Der Autor zeichnet den intensiven Formationsprozess konfessioneller Theologie in der Moderne nach und verbindet ihn mit systematischen Perspektiven auf gegenwärtige Debatten um Säkularisierung, Individualisierung und Fragmentierung. Der Begriff der „Gottesfreundschaft" bündelt das zentrale Motiv: Als alltagsnahes Deutungsmuster ersetzt er traditionelle Begriffe wie Gnade oder Christusförmigkeit und beschreibt das Gottesverhältnis in Analogie menschlicher Freundschaft. Glückseligkeit erscheint dabei als rational wie emotional prüfbares Kriterium religiöser Wahrheit. Der Autor zeigt, dass die Neologie keinen radikalen Traditionsbruch vollzieht, sondern eine behutsame Transformation lutherischer und vorkonfessioneller Überlieferungen leistet. Durch textnahe Analysen werden Eigenarten, Diskurspositionen und offene Forschungsfragen sichtbar und Perspektiven für eine weiterführende, auch interdisziplinäre Theologiegeschichtsschreibung eröffnet.

Markus Wriedt offers a critical rereading of the works of J. J. Spalding and other neological theologians of the eighteenth century, such as G. Leß, J. P. Miller, J. S. Semler, J. A. Nösselt, C. F. Bahrdt, J. J. Griesbach, W. A. Teller, and J. G. Töllner. The author re-examines these unjustly forgotten writings, based on critical editions that are now available. Behind the linguistic aesthetics of the late 18th century, the precision and clarity of argumentation of neological theology comes to the fore. The author traces the intensive formation process of confessional theology in modernity and links it to systematic perspectives on current debates about secularization, individualization, and fragmentation. The concept of a "friendship with God" is central: as an everyday pattern of interpretation, it replaces traditional concepts such as grace or Christlikeness and describes the relationship with God in analogy to human friendship. Bliss appears as a rationally and emotionally verifiable criterion of religious truth. The author shows that neology does not represent a radical break with tradition, but rather a cautious transformation of Lutheran and pre-confessional traditions. Through close textual analysis, idiosyncrasies, discursive positions, further research questions arise and new perspectives for a continued (interdisciplinary) theological historiography emerge.


Produkteigenschaften


  • Artikelnummer: 9783161705526
  • Medium: Buch
  • ISBN: 978-3-16-170552-6
  • Verlag: Mohr Siebeck
  • Erscheinungstermin: 30.09.2026
  • Sprache(n): Deutsch
  • Auflage: 1. Auflage 2026
  • Produktform: Kartoniert, Broschur
  • Seiten: 320
  • Format (B x H): 113 x 181 mm
  • Ausgabetyp: Kein, Unbekannt
Autoren/Hrsg.

Autoren

Geboren 1958; Studium der Ev. Theologie und Philosophie; 1990 Promotion zum Dr. theol.; 1993 Ordination zum Ev. Pfarrer der EKHN; 2005 Habilitation; Professor für Kirchengeschichte an der Goethe Universität Frankfurt am Main; 2024 Professor emeritus.

Vorwort
Einleitung
Das Fortwirken der theologischen Tradition in der Neologie
Vernünftige Mystik? Zum Erbe der mystischen Theologie in Deutschland im Zeitalter der Aufklärung
„Es muß zu den Herzen geredet werden" - Die Verbindung von Affekt und Erkenntnis bei Johann Joachim Spalding
Konsens - Toleranz - Dissens. Zur Hermeneutik der interkonfessionellen Ökumene im Zeitalter der Aufklärung
Behutsame Umformung der evangelischen Tradition. Spaldings neologische Fassung des reformatorischen Bildungsbegriffs zwischen frommer Aufklärung und säkularer Modernisierung
Ordnung muss sein. Zur Bedeutung des ordo-Gedankens in der aufgeklärten Theologie des 18. Jahrhunderts
Feinbilder - differenzbetonende Beschreibungen von Gegnern und Andersdenkenden. Zur literarischen Diskurspraxis in neologischen Werken
Ein vorläufiges Schlusswort

Vorwort
Einleitung
Das Fortwirken der theologischen Tradition in der Neologie
Vernünftige Mystik? Zum Erbe der mystischen Theologie in Deutschland im Zeitalter der Aufklärung
„Es muß zu den Herzen geredet werden" - Die Verbindung von Affekt und Erkenntnis bei Johann Joachim Spalding
Konsens - Toleranz - Dissens. Zur Hermeneutik der interkonfessionellen Ökumene im Zeitalter der Aufklärung
Behutsame Umformung der evangelischen Tradition. Spaldings neologische Fassung des reformatorischen Bildungsbegriffs zwischen frommer Aufklärung und säkularer Modernisierung
Ordnung muss sein. Zur Bedeutung des ordo-Gedankens in der aufgeklärten Theologie des 18. Jahrhunderts
Feinbilder - differenzbetonende Beschreibungen von Gegnern und Andersdenkenden. Zur literarischen Diskurspraxis in neologischen Werken
Ein vorläufiges Schlusswort